450 Jahre Reformation in Baden
Im Jahr 1556 wurde Ottheinrich Kurfürst
von der Pfalz. Er führte die Reformation in seinem Gebiet,
das sich rund um Heidelberg erstreckte, ein. Er erließ eine
neue Kirchenordnung und gab den Auftrag, die Pfarrer sollen die
neue Ordnung sich und den Leuten fleißig einprägen, "danach
lehren, tun und leben".
Im gleichen Jahr erließ auch Markgraf
Karl II. in Durlach eine Kirchenordnung. Damit wird der äußere
Beginn einer Erneuerungsbewegung in unserer badischen Kirche benannt,
die bis heute in ihren theologischen Fragestellungen aktuell geblieben
ist: die Reformation.
Einer der großen Reformatoren unserer badischen Landeskirche,
Johannes Brenz, stellt deshalb in seinem Katechismus eine Frage:
„Welchen Glaubens bist du?“ Das ist das Anliegen der
Reformation: Ich werde durch die Verkündigung so direkt angesprochen,
als würde Gott selbst mich fragen. Nicht um irgendein Bekenntnis
und um irgendein fernes Geschehen vor vielen Jahren geht es also
beim 450jähreigen Reformationsjubiläum. Es geht um mich:
„Zu welchem Glauben will ich mich bekennen? Wer bin ich? Wer
bin ich als Mensch? Als Mensch vor Gott? Wohin gehöre ich in
der Vielfalt der Bekenntnisse unserer Tage? Brenz - und mit ihm
alle Reformatoren - ist sich seiner Antwort gewiss „Ich bin
ein Christ!“ Er fragt gleich weiter „Warum bist du ein
Christ?“ Die Antwort ist jedem eingängig und verständlich:
„Darum, dass ich glaube an Jesus Christus und bin auf seinen
Namen getauft.“ Die Erneuerung der Kirche beginnt also mit
der Erneuerung meines Glaubens.
Warum ist also dieses Reformationsjubiläum für uns wichtig?
Weil damals für uns als evangelische Christen in Baden gültig
und bis heute verständlich gesagt wurde, was uns Trost und
Halt gibt im Leben und im Sterben. Wer die Sprengkraft dieser Bewegung
entdecken möchte, darf sich auf eine Zeitreise begeben. Denn
es ist interessant, wie Menschen damals um ihren Glauben gerungen,
für ihn gelitten und ihn bekannt haben. Wir wollen es verstehen
und begreifen, damit wir auch heute unseren Glauben besser aussprechen
können.
Links (mit weiteren Informationen):
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